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  16. Oktober 2012

 

Reboot-to-Restore in Deep Freeze vs. Reset-and-Refresh in Windows 8

Am 26. Oktober ist es so weit: Microsoft liefert Windows 8 aus. Neben zahlreichen Erweiterungen bietet Windows 8 zwei neue Optionen an:
  • Refresh - Auffrischen Ihres PCs, ohne dass Sie Ihre Daten verlieren
  • Reset - Windows vollständig zurücksetzen und neu installieren

Da diese Features auf den ersten Blick ein wenig an „Deep Freeze“ erinnern, nehmen wir die beiden neuen Funktionen etwas genauer unter die Lupe. Unsere Analyse wurde auf einer aktuellen Hardwareplattform mit einer repräsentativen Softwareinstallation durchgeführt:

  • AMD Athlon 64 X2 2 GHz Dual Core Rechner mit 2 GB Hauptspeicher
  • Windows 8 RTM und Developer Preview
  • 15 Anwendungen aus dem Windows Store
  • MS Office (inklusive MS Word, Excel, Outlook, PowerPoint, OneNote und Publisher)
  • von CD installiert: MS SQL Server 2008 R2 und Deep Freeze Enterprise Konsole

Die neue „Refresh“ Funktion arbeitet folgendermassen:

  • Benutzerdaten und personalisierten Einstellungen bleiben unverändert erhalten
  • PC-Einstellungen werden auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt
  • die aus dem Windows Store installierten Programme bleiben erhalten
  • Anwendungen, die von anderen Medien installiert wurden, werden entfernt
  • eine Liste aller entfernten Anwendungen wird auf dem Desktop erstellt und gespeichert

Erstaunlich ist, dass beim „Auffrischen“ von Windows 8 zuerst nach dem Installations- oder Recover-Datenträger gefragt wird. Wer das Medium nicht greifbar hat, muss den Vorgang an dieser Stelle abbrechen. Ebenfalls verwundert hat uns, dass der Refresh des Test-PCs gut 30 Minuten gedauert hat. Alle eigenen Dateien und Einstellungen waren wie erwartet nach dem Zurücksetzen unverändert auf dem Computer vorhanden, aber alle sonstigen Daten und Programme, die wir von CD installiert hatten, wurden gelöscht. Auf dem Desktop informiert ein HTML Dokument nach dem Neustart darüber, welche Programme von der Löschung betroffen sind und neu eingerichtet werden müssen. Apps, die wir zuvor aus dem Microsoft Store heruntergeladen hatten, wurden nach dem Refresh neu geladen und wieder installiert.

Leider hat die Refresh-Funktion nicht nur die von CD installierten Programme entfernt, sondern auch alle zuvor eingespielten Windows-Updates (immerhin 4 Stück), die im Anschluss erneut herutergeladen und installiert werden mussten. Für jedes lokale Benutzerprofil war zudem eine Neuinitialisierung nach der ersten Anmeldung erforderlich.
 
Im Gegensatz zur Auffrischung des Betriebssystems werden bei Verwendung der „Reset“-Option

  • alle persönlichen Dateien und Anwendungen vollständig entfernt
  • sämtliche PC-Einstellungen auf ihre Standardwerte zurückgesetzt

Wie zuvor benötigt Windows 8 zuerst das Installations- oder Recovery-Medium, ehe der Vorgang startet. Danach stehen einem folgende Auswahlen zur Verfügung:

  • meine Dateien entfernen (dauert einen kleinen Augenblick)
  • das Laufwerk vollständig säubern (dauert sehr viel länger)

Die „nur meine Daten löschen“-Option hat auf unserem Testrechner eine gute halbe Stunde benötigt und damit doch etwas länger, als „nur einen Augenblick“. Für die umfassende Option vergingen erstaunliche 2,5 Stunden, was dem Warnhinweis „dauert sehr viel länger“ durchaus gerecht wird. Abschliessend musste der EULA zugestimmt und der Personalisierungsprozess komplett neu durchlaufen werden. Die abschliessende Frage nach der Eingabe eines Lizenzschlüssels erschien jedoch nur in der Developer Preview, nicht in der RTM-Version.


Fazit

Windows 8 verbessert mit den beiden neuen Funktionen die Systemwiederherstellungs-möglichkeiten im Vergleich zu früheren Windows-Version erheblich. Allerdings dürfte es wohl weiterhin zum Alltag gehören, dass man mit einer schleichenden Verschlechterung des Betriebssystems leben muss, bis man ihm schliesslich per „Refresh“ wieder zu alter Frische verhilft. Und schafft es ein bösartiger Virus durch alle Schutzssysteme hindurch, muss entweder ein Image zurückgespielt oder ein vollständiger „Reset“ vorgenommen werden. Was in beiden Fällen zu Lasten der Produktivität geht.

Microsoft gibt die durchschnittliche Refresh-Dauer mit etwa 8 Minuten an, jedoch zeigt unser Test auf einem durchschnittlich ausgestatten PC, dass es - offenbar je nach Zustand des Betriebssystems - auch deutlich länger dauern kann. Ebenfalls nicht einbezogen ist die Zeit, die man für die Nachinstallation aller nicht im Windows Store gekauften Programme benötigt. Und die Wiederherstellung über das Windows Backup Utility kann aufgrund des oft geringeren Datendurchsatzes externer Laufwerke sogar noch länger dauern.

Mit Deep Freeze läuft jeder Computer in einem perfekten, makellosen Zustand, den Sie oder Ihre IT-Abteilung definieren. Einmal „eingefroren“ genügt ein einfacher Neustart, um jeden Computer auf seinen defragmentierten Optimalzustand zurückzusetzen. Dabei bleiben Ihre privaten Daten und Dokumente auf Wunsch erhalten. Über die optionale Faronics Core Console verwalten Sie auch in grossen Netzwerkumgebungen jeden einzelnen mit Deep Freeze geschützten Rechner aus der Ferne. Und für die Wiederherstellung setzen Sie nur genau so viel Zeit, wie ein gewöhnlicher Neustart dauert - keine Minute länger.

Deep Freeze wird Windows 8 ab dem offiziellen Starttermin unterstützten. Kunden mit aktiver Maintenance erhalten das Upgrade selbstverständlich kostenfrei.



 

 
 

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